Die Abverheyte als Marktlücke - heute noch möglich und durchaus attraktiv
Als Frauenclique füllten die Abverheyte für lange Zeit eine Marktlücke.
Jungen Frauen, die als Kind nicht in eine Junge Garde eintraten, war es kaum möglich,
erst im Teenageralter doch noch in eine solche einzutreten, geschweige denn als Erwachsene in eine "Junte"
oder wie auch immer die "Sektion" genannt wird, die nach der Jungen Garde in vielen Cliquen statt dem Übertritt
in den Stamm für Mädchen vorgesehen war. Für die Abverheyte war so stets für neue Mitglieder gesorgt.
Obwohl die Abverheyte eine Pfeiferschule für Anfängerinnen und Fortgeschrittene anbieten
und Vorträblerinnen jederzeit ebenso willkommen sind, ist es als Pfeifergruppe ohne Junge Garde nicht einfach,
neue Mitglieder zu gewinnen. Die meisten Stammvereine nehmen Frauen auf,
auch ohne dass diese in deren Jungen Garde gross geworden sind,
um ihre traditionellen Vereine am Leben zu erhalten.
Stammcliquen mit einem überwiegend männlichen Anteil an Pfeifenden sind rar geworden.
Dafür sieht man in gemischten Cliquen den weiteren Vormarsch der Frauen in die momentan noch immer
eher männlich geprägte Domäne des Trommelns.
Die Abverheyte trotzen dem Wandel und bleiben entsprechend der jahrzehntelangen Tradition eine Frauenclique!
Dazu ein Zitat aus dem Zeedel zum Sujet "Frau will au" (75-jähriges Jubiläum 2013):
S git Stimme wo-n-ys kritisiere:
Mr sotte-n-ys modärnisiere
Und d Gschlächtertrennig überwinde.
Mir Abverheyte-n-aber finde:
Mir nämme kaini Männer uff,
Wenn's euch nit basst, mir pfyffe druff!
Solang's no Männerclique git,
Mutiere mir d Statute nit.